ISO-Zertifizierung: Akkreditiert oder nichtakkreditiert, welche Variante ist besser?
Bei Zertifizierungen nach dem Standard DIN EN ISO 9001:2015 stellt sich die Frage ob ein akkreditiertes Verfahren besser ist als ein nichtakkreditiertes Verfahren. Wir klären Sie über die Unterschiede der beiden Zertifizierungsmöglichkeiten auf.
Einrichtungen, die ein QM-System aufgebaut haben, lassen sich häufig zertifizieren. Die Zertifizierung bestätigt der Einrichtung wie auch Dritten, dass im Rahmen eines externen Audits, ein wirksames Qualitätsmanagementsystem etabliert wurde. Dies wird in Form eines Zertifikats bescheinigt, welches in der Regel marketingmäßig so verwendet wird, dass Patienten wie auch Besucher der Praxishomepage erkennen können, dass die Eirichtung über zertifizierte Praxisstrukturen verfügt. Für medizinische Einrichtungen stellt sich dabei immer häufiger die Frage, ob ein akkreditiertes Verfahren oder ein nichtakkreditiertes Verfahren die bessere Variante ist.
Was ist eine akkreditierte Zertifizierung?
Eine Zertifizierung kann von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle wie beispielsweise der DEKRA Certification, oder auch dem TÜV SÜD vorgenommen werden. Die Akkreditierung bedeutet vor allem, dass sich diese Unternehmen festgelegten Verfahren unterwerfen müssen, die von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) vorgegeben sind und überwacht werden. Bei der DAkkS handelt es sich um eine privatrechtliche Organisation mit hoheitlichen Aufgaben, rund 225 Mitarbeitern und viel Bürokratie. Neben dieser sinnvollen Standardisierung erzeugt die Akkreditierung jedoch auch viel bürokratischen Aufwand und hohe Kosten für die Zertifizierungsstellen. Dies hat zwangsläufig auch einen negativen Einfluss auf die Zertifizierungskosten für die medizinischen Einrichtungen. So betragen in der Regel die Zertifizierungskosten für eine Einrichtung mit 20 Personen, bezogen auf einen Drei-Jahres-Zyklus, zwischen 6.000 und 9.000 Euro, je nach Zertifizierungsstelle.
Was ist eine nichtakkreditierte Zertifizierung?
Eine Zertifizierung kann auch von einer nichtakkreditierten Zertifizierungsstelle durchgeführt werden. Nichtakkreditierte Zertifizierungen, wie sie beispielsweise von der Gesellschaft für Qualität im Medizinwesen® (GQM®) durchgeführt werden, müssen ebenfalls nach einem festgelegten Verfahren ablaufen. Allerdings werden die Verfahrensvorgaben nicht von der DAkkS gemacht und kontrolliert, sondern von der Zertifizierungsstelle selbst. Kontrolliert und überwacht wird das Zertifizierungsverfahren bei der GQM® von einem wissenschaftlichen Beirat. Das Zertifizierungsverfahren selbst entspricht hierbei weitgehend den Standards der DAkkS, so dass der Zertifizierungsablauf im Wesentlichen einer akkreditierten Zertifizierung entspricht.
Bei dieser Zertifizierungsvariante muss die Zertifizierungsstelle keine Akkreditierungsgebühren an die Akkreditierungsstelle (DAkkS) bezahlen, was zu deutlich geringeren Zertifizierungskosten für die medizinischen Einrichtungen führt. So betragen die Zertifizierungskosten für eine Einrichtung mit 20 Personen, bezogen auf einen Drei-Jahres-Zyklus, bei der GQM® ca. 3.800 Euro.
Fazit
Eine akkreditierte Zertifizierung erfolgt nach festgelegten Standards, die von der Deutschen Akkreditierungsstelle vorgegeben werden. Hierdurch kann die Qualität des Zertifizierungsablaufs sichergestellt werden. Die Kosten dieser Zertifizierungsvariante sind aufgrund der Akkreditierungsaufwendungen wesentlich teuer als bei einer nichtakkreditierten Variante.
Eine nichtakkreditierte Zertifizierung sollte ebenfalls nach festgelegten Standards erfolgen. Sind die Standards festgelegt und werden diese auch überwacht, kann hierdurch die Qualität des Zertifizierungsablaufs sichergestellt werden und eine nichtakkreditierte Zertifizierung sinnvoll sein. Die Kosten dieser Zertifizierungsvariante sind wesentlich günstiger, da neben der Zertifizierungsstelle nicht zusätzlich auch noch die Deutsche Akkreditierungsstelle bezahlt werden muss.
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